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JahresstartVersicherungWinterflugTechnikBürokratie

Januar 2025

Der Januar 2025 startete mit einer stabilen Hochdrucklage, die jedoch extreme Kälte mit sich brachte. Für viele Piloten war es der Monat der administrativen Hausaufgaben. Die neuen Versicherungspolicen von Anbietern wie Allianz Aviation oder Delvag landeten in den Briefkästen, oft begleitet von Anpassungen bei den Prämien für Kaskoversicherungen. Es war die Zeit, das Bordbuch zu ordnen und sicherzustellen, dass alle Lizenzen und Medicals für das neue Jahr gültig sind.

Winter-Technik: Das Kondenswasser-Dilemma

Ein kritisches Thema im Januar 2025 war die Kraftstoffqualität. Durch die starken Temperaturschwankungen bildete sich vermehrt Kondenswasser in den Tanks. Wir sahen vermehrt Warnungen, die Kraftstoffproben (Drainen) besonders akribisch durchzuführen. Ein kleiner Wassertropfen im Vergaser oder in den Einspritzdüsen eines Continental- oder Lycoming-Motors kann bei Minusgraden zum sofortigen Triebwerksausfall führen.

Auch die Enteisung war ein großes Thema. Wer sein Flugzeug nicht im beheizten Hangar stehen hatte, musste auf chemische Enteisungsmittel wie Kilfrost setzen oder mechanisch mit weichen Bürsten arbeiten, um die Tragflächen von Raureif zu befreien. Schon kleinste Eisstrukturen verändern das Profil so massiv, dass die Stall-Geschwindigkeit gefährlich ansteigt – ein Risiko, das im Januar 2025 leider wieder zu einigen Zwischenfällen beim Start führte.

Ausrüstung: Das Überlebenspaket im Cockpit

Da Flüge über verschneite Landschaften im Falle einer Außenlandung extreme Risiken bergen, wurde im Januar viel über Survival-Equipment diskutiert. Die Mitnahme von Thermodecken, Signalmitteln und mobilen PLBs (Personal Locator Beacon) von Marken wie ACR oder McMurdo wurde zum Standard bei verantwortungsbewussten Piloten. Ein Handy-Akku hält bei minus 10 Grad oft nur Minuten – ein satellitengestützter Notsender ist hier die einzig wahre Lebensversicherung.

Wirtschaftlicher Ausblick 2025

An den Tankstellen startete das Jahr 2025 teuer. Avgas 100LL pendelte sich bei durchschnittlich 2,94 Euro ein, während Jet-A1 für Diamond DA40 oder DA42 Piloten bei ca. 2,15 Euro lag. Diese Preisdifferenz befeuerte im Januar die Diskussionen um die Wirtschaftlichkeit der GA. Viele Vereine begannen, ihre Chartergebühren für das laufende Jahr neu zu kalkulieren, um die gestiegenen Fixkosten für Versicherung und Hallenmiete aufzufangen.

Fazit: Den Frost produktiv nutzen

Der Januar 2025 war ein Monat der Vorbereitung. Wer die klaren, kalten Tage für kurze Trainingsflüge nutzte, hielt seine Routine aufrecht. Wer am Boden blieb, nutzte die Zeit für das Studium der neuen ICAO-Karten und NOTAMs. Es war der ruhige, aber wichtige Grundstein für ein hoffentlich unfallfreies und flugreiches Jahr 2025.

Quellen und Background

Allianz Aviation – Marktbericht zu Versicherungstrends 2025

DWD – Klimatologische Einordnung des Winters 2025

AOPA Germany – Ausblick auf die politischen Rahmenbedingungen 2025

EASA – Safety Bulletin zum Thema Airframe Icing

Marktbeobachtung – Preisentwicklung bei Rettungsgeräten Q1 2025

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