Juni 2025
Der Juni 2025 war der Monat der maximalen Ausbeute. Mit Sonnenuntergängen nach 21 Uhr wurden die Flugplätze oft bis zur letzten Minute genutzt. Doch wer im Juni Cross-Country fliegen wollte, musste ein Meister der Wetter-Interpretation sein. Die feucht-warme Luftmasse über Europa sorgte für eine Atmosphäre, die fast täglich zur 'Popcorn-Konvektion' neigte – lokale Zellen, die innerhalb von 20 Minuten aus dem Nichts entstanden.
Gewitter-Lotto: Warum das iPad allein nicht reicht
Ein zentrales Thema im Juni war die Zuverlässigkeit von In-Flight-Wetterdaten. Da wir in Deutschland beim mobilen Internet im Cockpit immer noch mit Funklöchern kämpfen, war die Darstellung von Echtzeit-Blitzen in Apps wie SkyDemon oder ForeFlight oft zeitversetzt. In der Community wurde viel darüber diskutiert, dass ein Regenradar-Bild, das 10 Minuten alt ist, bei einer schnell wachsenden Gewitterzelle lebensgefährlich sein kann.
Wir haben im Juni gesehen, dass die sichersten Piloten diejenigen waren, die den 'Blick aus dem Fenster' priorisierten. Die goldene Regel lautete: 20 Meilen Abstand zu jeder Zelle mit Amboss-Bildung. Viele Flugschulen nutzten den Juni, um gezielte Trainingsflüge zum Thema 'Weather Avoidance' durchzuführen, da die visuelle Einschätzung der Wolkenentwicklung im Sommer oft unterschätzt wird.
Airshows und temporäre Beschränkungsgebiete (ED-R)
Der Juni 2025 war ein Monat der Großereignisse. Besonders die ILA in Berlin sowie diverse Jubiläums-Flugtage führten zu massiven Einschränkungen im Luftraum. Die FIS-Frequenzen waren an den Wochenenden zeitweise so überlastet, dass Piloten Schwierigkeiten hatten, ihre Einflugfreigaben oder Verkehrsinformationen zu erhalten.
Wer hier ohne aktuelles NOTAM-Briefing losflog, fand sich schnell in einem Sperrgebiet wieder. Ein Trend, der diesen Juni auffiel: Die Nutzung von digitalen Briefing-Tools, die NOTAMs direkt auf der Karte visualisieren, hat stark zugenommen. Das klassische Lesen von langen Textlisten am schwarzen Brett im Hangar wird endgültig durch grafische Overlays auf dem Tablet ersetzt.
Wirtschaftlichkeit: Der Tank-Tourismus boomt
Während die Avgas-Preise in Deutschland stabil bei knapp unter 3,00 € verharrten, gab es im Juni eine interessante Entwicklung bei unseren Nachbarn. In Frankreich lockten viele Plätze mit Preisen um die 2,60 €. Das führte dazu, dass Wochenendausflüge ins Elsass oder nach Lothringen nicht nur wegen des Essens, sondern auch wegen der Ersparnis beim Tanken extrem beliebt waren.
Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach bleifreiem UL91 weiter an. Immer mehr Echo-Klasse-Halter rüsteten ihre Maschinen mit entsprechenden STCs um, um dem teuren und bleihaltigen 100LL zu entkommen. Im Juni 2025 wurde deutlich: Die GA befindet sich mitten in einer ökologischen und ökonomischen Transformation, die nicht mehr aufzuhalten ist.
Hardware im Check: Bose A30 im Sommer-Test
Nach den ersten heißen Tagen im Juni gab es viel Feedback zum Bose A30 (ca. 1.440 €). Viele Piloten lobten die im Vergleich zum Vorgänger A20 reduzierte Anpresskraft, was besonders bei schweißtreibenden Temperaturen im Cockpit den Komfort spürbar erhöht. Das Lightspeed Delta Zulu (ca. 1.440 €) punktete hingegen bei denen, die den integrierten CO-Warner als zusätzliches Sicherheitsnetz schätzen, da im Juni viele Heizsysteme erstmals seit dem Winter wieder im 'Check-Modus' waren.
Fazit: Ein Monat für Strategen
Der Juni 2025 war kein Monat für 'einfach mal losfliegen'. Er erforderte taktische Planung beim Wetter und eine genaue Beobachtung der Luftraumstruktur. Wer diese Hausaufgaben machte, wurde mit den schönsten Sonnenuntergangsflügen des Jahres belohnt. Wir blicken nun auf den Juli und bereiten uns auf die großen Alpenüberquerungen vor.
Quellen & Background
* DWD – Monatsstatistik Gewitterhäufigkeit Juni 2025
* DFS – VFR-Bulletin: Navigation in temporären Sperrgebieten
* AOPA France – Kraftstoffpreis-Index für Gastpiloten
* Marktbeobachtung: Verkaufszahlen STC-Kits für bleifreien Sprit
* BFU – Sicherheitsempfehlungen zur Vermeidung von Einflügen in IMC
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